Der Jahrtausendwechsel: Auch Ende der 14 –jährigen Amtszeit Sütterlins
Wenige Monate vor dem erneuten Dirigentenwechsel gab Richard Sütterlin bekannt, dass er bei der Generalversammlung im Dezember 2000 nicht mehr für den Vorsitz der Trachtenkapelle kandidieren werde. Mit der bis heute längsten Amtszeit von 14 Jahren, gab er die Vereinsführung ab dem Jahr 2001 an Thomas Braunsberger ab. Auch er war, wie sein Vorgänger Rotzinger, der Meinung, dass es zu einer modernen Vereinsführung gehöre, den Stuhl des ersten Vorsitzenden zu gegebener Zeit an Jüngere weiter zu rücken. Auch wenn nicht jede Entscheidung einfach zu treffen war und teilweise sicher auch nicht immer richtig getroffen wurde, zeigten die anhaltenden „standing ovations“, und die Tränen in den Augen einiger langjähriger Mitglieder bei seinem Abschied, das sehr große Verdienst Sütterlins an der Weiterentwicklung der Trachtenkapelle Todtnauberg auf.
Unter Thomas Braunsberger wurde sogleich im Sommer 2001 erstmals seit 40 Jahren ein auswärtiger Dirigent in Person von Herrn Matthias Pietsch für den Verein gewonnen. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten sollte sich Pietsch als, von den Musikern immer wieder formulierter, „Sechser im Lotto“ erweisen. Mit seiner ruhigen, sehr professionellen und originellen Art, verstand er es, immer mehr aus den Musikerinnen und Musikern herauszukitzeln und jedem Einzelnen aufzuzeigen, dass seine Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen musikalischen Obergrenze um einiges zu tief lag. Es wäre vermessen zu sagen, dass dies nicht mit teilweise enormer Probenanstrengung verbunden war, aber man erntete die Früchte nach der intensiven Saat auch sehr gerne, wenn sie zu Pfingsten in meist voller Reife am musikalischen Baume hingen. Während die neue Vereinführung ihre Arbeit in wirklich sehr lobenswerter und vorbildlicher Weise anging, machte dem Verein ein anderes, immer stärker werdendes Problem zu schaffen: Der stetig schrumpfende Kassenstand. Dirigentenkosten, andere absolut notwendige Ausgaben sowie kontinuierlich sinkende Zuschüsse zwangen den Verein dazu, gerade bei Konzertreisen mit hoher finanzieller Eigenbeteiligung zu wirtschaften. Zudem wurden Möglichkeiten gesucht und teilweise auch gefunden, wie man mit anderen Aktivitäten der Vereinkasse entgegen kommen könnte. Ein Problem, welches sich bis zum heutigen Zeitpunkt durch die große Tatkraft und Toleranz der Aktiven sowie der gewachsenen Spendenbereitschaft der passiven Mitglieder und Vereinsgönner etwas entspannen konnte, aber in keiner Weise behoben ist.
Doch auch trotzdem wurden weiterhin Konzertreisen unternommen, was allerdings eben nur dadurch möglich war, dass der allergrößte Teil der anfallenden Reisekosten von den Mitgliedern privat übernommen wurde. So konnte man die, 2004 zu einem Doppelkonzert in den Schwarzwald gereiste, Dublin Concert Band 2006 in Irland besuchen, was vor allem den Kontakten und dem Engagement Dietmar Schubnells zu verdanken war und für alle als eine Reise der positiven besonderen Art in Erinnerung bleiben wird. Im Herbst des Jahres 2007 stand mit der Aufnahme der aktuellen CD „Hier steckt Musik drin“ eine weitere musikalische Herausforderung ins Haus. Und so waren alle Mitglieder überrascht, wie entspannt und zügig die Aufnahmetage dahin flossen, und man früher als erwartet die neue und zugleich erste CD der Trachtenkapelle Todtnauberg im Kasten hatte. Großen Anteil daran hatte einmal mehr Matthias Pietsch, was einen mit noch mehr Wehmut in das kommende Frühjahr blicken ließ, für das der mittlerweile in Todtnauberg wohnende Dirigent seinen Abschied angekündigt hatte, da er in Zukunft beruflich zu sehr eingespannt sein würde.