Donnerstag, 29. Juni 2006, Reise nach Irland und Ankunft in Clonakilty
Es war am 29. Juni 2006 um halb vier in der Nacht, als auf dem Rathausplatz in Todtnauberg plötzliches ein geschäftiges Treiben einsetzte. Autos fuhren vor, es wurden Koffer und Instrumente geschleppt und in den bereitstehenden Bus eingeladen. In den Gesichtern der 37 Reiseteilnehmer sah man eine gespannte Erwartung auf das Bevorstehende, die Konzertreise der Trachtenkapelle Todtnauberg auf die grüne Insel, geschrieben.
Um 3.50 Uhr war es dann endlich soweit, mit dem Bus ging es zunächst über Freiburg auf der A 5 zum Flughafen nach Frankfurt, wo die Reisegruppe am frühen Vormittag eintraf.
Gespannt warteten die Musikerinnen und Musiker, bis endlich der Check-In-Schalter geöffnet wurde, um die dann noch verbleibende Zeit zu nutzen, ohne Gepäck den Frankfurter Flughafen zu erkunden.
Doch die Wartezeit hatte schnell ein Ende: Schon bald schallte es durch die Lautsprecher: „Flug EI651 der Air Lingus nach Dublin ist zum Einsteigen bereit“. Und das ließen sich die Reiseteilnehmer nicht zweimal sagen, schließlich wollte man doch möglichst schnell in Richtung Irland abfliegen.
Über das Vorfeld ging es zum Flugzeug und mit 20 Minuten Verspätung hob der Airbus in Richtung Nord-West ab, um die Musikerinnen und Musiker aus Todtnauberg über den Ärmelkanal und England sicher nach Dublin zu bringen.
Kaum hatte der Flug begonnen begann schon das Rätselraten, wo der Flieger sich denn augenblicklich befindet. Nach knapp zwei Stunden Flug setzte das Flugzeug schließlich um kurz nach 12 Uhr Ortszeit zur Landung in Dublin an.
Dort wartete bereits eine Abordnung der Dublin Concert Band, die die Reisenden herzlich in Empfang nahm. Nachdem jeder sein Gepäck vollständig und unbeschädigt wieder in Empfang genommen hatte, ging die Reise auch schon weiter, schließlich war nicht Dublin sondern Clonakilty, ein im Herz der Grafschaft Cork an der Südküste Irlands gelegenes Städtchen, das erste Ziel der Reise. Nach einem kurzen Stop beim Bandroom der Dublin Concert Band, wo auch die flüssigen Vorräte im Bus aufgefüllt wurden, ging es, mit mehreren, dringend erforderlichen Zwischenstops, über Cashel, Mitchelstown, Fermoy und Cork, in den Süden.
Cork ist die größte Grafschaft Irlands. Corks 640 Kilometer lange Küstenlinie hat viele saubere Strände und steile Klippen, was die Grafschaft zu einer sehr maritimen Gegend macht. Die Stadt Cork ist einer der wichtigsten Häfen in Irland, denn er ist die Verbindung Irlands mit Frankreich (Roscoff, Le Havre) und mit dem Vereinigten Königreich (Swansea).
Im Frühmittelalter gehörte das Gebiet der heutigen Grafschaft Cork zum Königreich Munster. Allerdings wechselten die Gebietszugehörigkeiten in dieser Zeit rasch. 1127 kam das Gebiet zum Fürstentum Desmond. 1620 wurde die Grafschaft Cork eingerichtet.
Es sollte betont werden, dass die Grafschaft durch ihre Vergangenheit gezeichnet ist. Seitdem während des Unabhängigkeitskrieges (1919 bis 1922) und des Bürgerkriegs viele Auflehnungen von Cork ausgingen, wird sie auch gerne "Rebel County" (rebellische Grafschaft) genannt. Terence MacSweeney, Bürgermeister von Cork, wurde ins Gefängnis geworfen, weil er zur IRA gehörte. Im Gefängnis starb er nach einem 76 Tage andauernden Hungerstreik.
Clonakilty wurde gegen 20.30 Uhr erreicht. Nach dem die Quartiere für die ersten 3 Nächte in Irland bezogen waren und jeder sich gestärkt hatte, traf man sich im Pub, wo auch gleich die ersten Bekanntschaften geschlossen wurden. Auch einige Musikerinnen und Musiker der Dublin Concert Band waren schon in Clonakilty, wo an diesem Wochenende im Rahmen des Festivals of West Cork Clonakilty’s 27th Annual South of Ireland Band Championships stattfanden.
Trotz der Reisestrapazen wurde im Pup bis nach Mitternacht kräftig gefeiert, denn es mussten ja schließlich auch das irische Bier und irischer Whiskey getestet werden.