Über unsere Trachtenkapelle

Dirigent

Ende November 2020 übernahm der gebürtige Allgäuer Stefan Seeherr das Amt des Dirigenten. Bereits als 11-jähriger begann er Alphorn zu spielen, eigentlich als Therapie für seine Asthmaerkrankung. Danach wurde bei ihm die Leidenschaft für die Musik geweckt und Stefan Seeherr wurde mit 16 Jahren Dirigent des Jugendorchesters der Musikkapelle Buchenberg.

 

Der Gymnasiallehrer, der Englisch und Gemeinschaftskunde am Kolleg in St. Blasien unterrichtet, spielt zuhause gerne das Flügelhorn und ist Mitglied mehrerer Ensembles.

Frühere Dirigenten

Ralph Stellbogen (2008 – 2019)
Matthias Pietsch (2001 – 2008)
Dietmar Schubnell (1999 – 2001)
Michael Schneider (1995 – 1999)
Erwin Schubnell (1984 – 1994)
Gerhard Schreiber (1961 – 1984)
Musikdirektor Willi Böhmer (1955 – 1960)
Hauptlehrer Anton Stark (1952 – 1955)

Bernhard Kalinowski (1951 – 1952)
Gustav Stotz (1948 – 1951)
Josef Rotzinger (1936 – 1939)
Ferdinand Wetzel (1934 –1936)
Musiklehrer Betz* (zweite Jahreshälfte 1931)
Josef Fischer (wenige Monate 1931)
Steinebrunner* (1926 – offiziell 1934)
Bernauer* (1922 – 1926)

 

* Vornamen nicht dokumentiert

Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.

Der Vorstand

1. Vorsitzender: Dominic Iwertowski
2. Vorsitzende: Simone Schubnell-Braunsberger
Kassiererin: Regina Thoma
Schriftführerin: Anna-Lena Brender
Beisitzer: Matteo Abbate, Dietmar Schubnell, Simon Sütterlin

 

Weitere wichtige Ämter:
Materialwart: Georg Mühl
Trachtenwart: Andrea Brender, Theresa Brender
Notenwart: Jessica Mühl, Alexander Mühl
Fahnenmutter: Burgel Boch
Fähnrich: Thomas Rung

1. Vorstand

1. Vorsitzender:
Dominic Iwertowski

2. Vorstand

2. Vorsitzende:
Simone Schubnell-Braunsberger

Register

Querflöte
Anna-Lena Brender, Ann-Kathrin Schneider, Simone Schubnell-Braunsberger,
Regina Thoma, Miriam Wissler, Annika Wunderle

 

Klarinette
Andrea Brender, Theresa Brender, Luisa Harenberg, Walburga Kohler, Jessica Mühl,
Olivia Mühl, Lorena Schelb, Elena Schneider, Susanne Schubnell-Wunderle, Natalie Thoma

 

Flügelhorn
Thomas Braunsberger, Noah Daubmann, Cäcilia Matt, Markus Schwörer,
Kathrin Thoma, Benedikt Wunderle

 

Trompete
Josua Brender, Kim Keller, Dietmar Schubnell, Silvia Steinebrunner

 

Es-Horn/ F-Horn
Manfred Brender, Joachim Kiefer, Richard Sütterlin

 

Tenorhorn/ Bariton
Matteo Abbate, Dominic Iwertowski, Alexander Mühl, Jürgen Mühl, Benno Rotzinger

 

Posaune
Michael Keller, Pius Zipfel

 

Tuba
Markus Rotzinger, Martin Wunderle

 

Schlagwerk
Thorben Dietsche, Georg Mühl, Leonard Schelb, Simon Sütterlin, Sebastian Thoma

 

 

Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.

Vereinsgeschichte

1921 – 1929    Die Gründung des Vereins unter schwierigen Rahmenbedingungen
1930 – 1954 Krisenzeiten des Vereins (1930 - 1954)
1954 – 1969 Schäfers und Böhmer bringen die Wende
1969 – 1984 Aus dem Musikverein wird die „Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.“
1984 – 1991 Erwin Schubnells schweres Schreiber-Erbe
1991 – 2001 Die 90-er Jahre: Die erste Vereinsfahne, große Jubiläen und das Ende der Ära Schubnell
Der Jahrtausendwechsel:
  Auch Ende der 14 –jährigen Amtszeit Sütterlins
Matthias Pietsch hört auf – Ralph Stellbogen kommt
1921 Gründung des Musikvereins Todtnauberg
1925 Eintragung in das Vereinsregister
1934 Gleichschaltung bei der Reichsmusikkammer
1937 Kurzzeitige Auflösung des Vereins, wenige Wochen später Versöhnungsfest
1939 -1945    Ruhen der Vereinstätigkeit aufgrund des Zweiten Weltkrieges
1951 Feier zum dreißigjährigen Vereinsjubiläum
1954 Georg Schäfers rettet den Verein vor der Auflösung
1962 Großes Jubiläumsfest anlässlich des 40 – jährigen Bestehens
1969 Erster Ausflug zur Musikkapelle nach Münsing – viele weitere folgen
1970 Satzungsänderung: Aus dem bisherigen „Musikverein Todtnauberg e.V.“ wird die „Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.“
1984 Reise in das geteilte Berlin
1985 Besuch des Weltwirtschaftsgipfels in Bonn
1987 Reise nach Logroño, Nordspanien
1991 Präsentation und Weihe der Vereinsfahne
1991 Internationales Kindertrachten- und Musikfest
1993 Aufnahme der Musikkassette „Gruß aus Todtnauberg“
1994 Konzertreise nach Korschenbroich
1996 Jubiläumsfest zum 75-jährigen Bestehen der Trachtenkapelle
1998 Wochenendausflug nach Hamburg
1999 Konzertreise zum Schützenausmarsch nach Hannover
2004 Doppelkonzert mit der Dublin Concert Band aus Irland
2006 Gegenbesuch der Trachtenkapelle in Irland
2007 Aufnahme der CD „Hier steckt Musik drin“
2008 Zweiter Besuch des San Mateo Weinerntefestes in Logroño

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ – das müssen sich vor gut 90 Jahren auch einige Todtnauberger Einheimische gedacht haben und so wurde am 11. und 19. Dezember 1921 in zwei Versammlungen die Gründung des damaligen Musikvereins Todtnauberg beschlossen. Als erste Person des neuen Vereins bekleidete Hermann Dietsche das Amt des ersten Vorsitzenden, Josef Rotzinger wurde sein Stellvertreter, Theodor Wissler der erste Schriftführer und Kassierer.

 

Da sich die junge Weimarer Republik durch die im Vertrag von Versailles vereinbarten Reparationsleistungen in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage befand, war es in dieser Zeit eine regelrechte Herausforderung, als neuer Verein in einem neuen politischen System Fuß zu fassen, was zur Folge hatte, dass der Musikverein am 19. März 1922 als Unterverein der Freiwilligen Feuerwehr anerkannt wurde und sich als solcher auch zwei Jahre lang organisieren konnte, bis er am 16. März 1924 unter dem Dirigenten Bernauer wieder eigenständig wurde und sich nach einer Abstimmung Anfang 1925 in das Vereinsregister eintragen ließ.

 

Im Folgejahr zählte der Verein bereits 18 aktive sowie 93 passive Mitglieder und stattete sich weitere vier Jahre später komplett mit neuen Instrumenten im Gesamtwert von ca. 1.500 Reichsmark aus, wozu jedes Aktivmitglied einen Betrag von zehn Reichsmark auf drei Jahre entlieh. 1929 verlor die Kapelle ihren plötzlich verstorbenen amtierenden ersten Vorsitzenden Hermann Dietsche, der es verstanden hatte, dem jungen Verein in richtige Gleise zu verhelfen.

 

Mit Andreas Fritz konnte auch umgehend ein Nachfolger gefunden werden, doch die dreißiger Jahre standen für die Musiker allgemein unter keinem guten Stern.

Nachdem man zunächst eine weitere Vereinsetablierung durch den Eintritt in den Musikverband „Wiesental“ begrüßen durfte,  mussten die Musiker im Juni 1930 mit ihrem tödlich verunglückten Kameraden Emil Klingele erneut ein Aktivmitglied zu Grabe geleiten. Nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten, im Jahre 1933, meldete man sich im Januar 1934 im Zuge der Gleichschaltung bei der Reichsmusikkammer, Fachschaft D, Reichsverband für Volksmusik an. Und wie auch im gesamten deutschsprachigen Raum die sozial-politischen Verhältnisse aus den Fugen gerieten, reiften ebenso im Vereinsinneren immer mehr Unstimmigkeiten. Bereits zu Anfang des Jahres 1932 übernahm der damalige Bürgermeister Johann Mühl den ersten Vorsitz, damit die Vereinsführung aufrechterhalten werden konnte. Er wurde Ende 1933 von Alfred Boch abgelöst, doch die Unstimmigkeiten im Verein nahmen zu, der Probenbesuch wurde immer spärlicher und unpünktlicher.

 

Nach einer Versammlung im April 1934, an der der Verbandspräsident des Musikverbandes „Wiesental“ den Aktiven ins Gewissen zu sprechen versuchte, versprach man sich eine rosigere Zukunft, die jedoch nicht eintreten sollte. Am 07. Januar 1937 beschloss man in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Verein aufzulösen. In Todtnauberg wollte man sich jedoch mit dieser kulturellen Einbuße nicht zufrieden geben und so berief man für den 21. Januar 1937 eine weitere außerordentliche Versammlung ein, bei der Otto Wolf die Geschäftsführung des Vereins übernahm und die Auflösung beim Verbandsobmann rückgängig machte. Finanzielle Unterstützung erhielt der Verein fortan von der Gemeinde Todtnauberg, am 12. Februar 1937 feierte man offiziell die Versöhnung der Musiker und am 11. März desselben Jahres fand nach längerer Pause wieder die erste Musikprobe statt.

 

Doch eine weitere Zerreißprobe für den Musikverein, vordergründig jedoch vor allem für sehr viele Menschen der Erde, sollte im Frühherbst des Jahres 1939 eintreten: Das Kriegsschiff „Schleswig-Holstein“ beschießt in den frühen Morgenstunden des 01. September Danzig, was einen Krieg in Gang brachte, der sich im Laufe der folgenden Jahre zum Zweiten Weltkrieg entwickeln sollte. So musste die Vereinstätigkeit auch in Todtnauberg zwischen den Jahren 1939 und 1945 wegen des Krieges ruhen, aus dem auch einige Musikkameraden nicht mehr zurückkehrten.

 

Dennoch nahm der Musikverein am 01. Mai 1946 seine Vereinstätigkeit wieder auf. Für die schwierige direkte Nachkriegszeit gibt es von 1946 bis 1951 heute keine schriftlichen Belege mehr, da ein Großfeuer im April 1946 das Haus Bergerhöh, in dem sich die Wohnung des Vereinsrechners befand, vollkommen zerstörte und somit auch das Vereinsarchiv, mit allen Schriften und Kassenbüchern, den Flammen zum Opfer fiel.

 

Im Jahre 1951 feierte man im Verein schließlich unter dem Vorsitz von Otto Wolf sein dreißigjähriges Vereinsjubiläum, an dem der Verein 23 aktive und 80 passive Mitglieder zählen konnte. Im darauf folgenden Jahr wurden die Musikanten komplett mit neuen silbergrauen Uniformen und schwarzen Schirmmützen ausgestattet und konnten sich somit auch kleidungstechnisch als erneuerte Gemeinschaft präsentieren. Doch auch dieses Mal sollte die neue Einheit nicht von sonderlich großer Substanz sein. Im Herbst 1954 wurden die Differenzen unter den Vereinsmitgliedern derart groß, dass die wiedergewählten Vorsitzenden Otto Wolf und Stefan Huber ihre Ämter nach siebenwöchiger Amtsführung umgehend niederlegten. Das mühsam wieder aufgerichtete Vereinsgebilde wäre nun wohl wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen, wenn die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Rudolf Schubnell die Vereinsleitung nicht kommissarisch ab Oktober 1954 in ihre Hand genommen hätte.

Am 19. Dezember 1954 nahm sich schließlich Georg Schäfers den Problemen des Vereins an und wurde als Nicht-Aktivmitglied von der Generalversammlung zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Man kann heute mit Fug und Recht behaupten, dass es das Verdienst des Todtnauberger Metzgermeisters Schäfers war, dass der Verein weiterhin Bestand hatte, was auch dessen Wiederwahl 1955 zum Ausdruck brachte und unter dessen Führung der aus Köln zugezogene Musikdirektor Böhmer für den Verein gewonnen werden konnte. Fortan ging es auch musikalisch wieder in eine andere Richtung – Böhmer führte die Kapelle in den Folgejahren auf ein unerwartet hohes musikalisches Niveau.

 

1960 starb Willi Böhmer und Gerhard Schreiber wurde sein Nachfolger. Auch der erste Vorsitzende Alfred Boch musste nach einem Schlaganfall unverhofft zu Grabe getragen werden – diese große Lücke zu schließen machte sich nun Trudpert Schelb zur Aufgabe. Der Verein hatte innerhalb von vier Monaten zwei tragende Säulen verloren, wieder stellte die Kompensation dieses herben kameradschaftlichen und führungstechnischen Verlustes eine große Herausforderung für die Blasmusiker dar, die schließlich auch Dank jenem Fundament gemeistert werden konnte, welches die Verstorbenen dem Verein zu legen verstanden hatten. Im Juli 1962 feierte der Musikverein drei Tage lang sein 40 – jähriges Bestehen, wozu der gesamte Ort und die umliegenden Musikvereine ihre Glückwünsche in Form von Wort, Schrift, Präsenten - wie etwa neuen Uniformen durch die Gemeindeverwaltung - und Musik überbrachten. Es war das erste groß angelegte Jubiläumsfest des Vereins und zugleich Zeichen dessen, dass die Krisenzeiten überwunden schienen und sich das Vereinsgefüge wieder festigte.

 

1966 leistete der Verein durch zahlreiche musikalische Umrahmungen einen wichtigen kulturellen Beitrag zu der 700-Jahr-Feier von Todtnauberg, bei der unter anderem Prof. Martin Heidegger als Festredner fungierte. 1969 besuchte man schließlich die Musikkapelle in Münsing, Oberbayern, zum ersten Mal.

Um seinen eigenen kulturellen Wurzeln stärkeren Ausdruck verleihen zu können, beschloss der Verein Anfang 1969, sich anstatt der bisherigen Uniformen, fortan mit einer Hochschwarzwälder Tracht einzukleiden. Nach einer Satzungsänderung im Jahre 1970 wurde schließlich aus dem bisherigen Musikverein die „Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.“

 

Als solche begeht der Verein ein Jahr später die Feierlichkeiten zum 50 – jährigen Jubiläum. In der Folgezeit wurden die Musiker immer aktiver und spielten zu zahlreiche Anlässen. Auch die Ausflüge nahmen zu, wie z.B. 1972 nach Basel, 1973 nach Heide in Holstein und 1974 bereits zum zweiten Mal nach Münsing, wo man das 120-jährige Bestehen der hiesigen Trachtenfreunde mitfeierte - diese Vereinsfreundschaft hat bis heute Bestand. Auch wichtigen Anlässen im eigenen Ort, wie z.B. die Einweihung der neuen Kirche 1970, des Kurhauses 1974 oder dem internationalen Kreistrachtenfest 1976 verlieh die Trachtenkapelle mit ihrer Musik einen wichtigen Rahmen und präsentierte sich immer mehr als vereinsintegere Größe im Ort.

Obwohl die Vereinsaktivität immer mehr zunahm, war auf Dauer nicht zu verkennen, dass das musikalische Niveau unter Dirigent Schreiber im musikalischen Vergleich mit den umliegenden Vereinen immer rückständiger wurde. So waren Viele nicht unerleichtert darüber, als 1984 Erwin Schubnell den Taktstock übernahm. Unter seiner Leitung konnte der Verein wiederum neue musikalische Strukturen aufbauen und den Abwärtstrend stoppen, um sich dann erneut in seiner Blasmusik zu steigern.

 

Unter der sich seit zehn Jahren bewährenden Vereinsführung von Herbert Rotzinger fuhr man 1984 gemeinsam mit der Trachtengruppe Todtnauberg nach Berlin, was nicht nur wegen der damaligen deutschen Teilung ein besonderes Erlebnis für jeden war, der sich mit auf diese Reise begab. Im Jahr darauf besuchte man den Weltwirtschaftsgipfel in Bonn, an dem man in der Landesvertretung des Landes Baden-Württemberg sein kontinuierlich wieder erstarkendes musikalisches Können zu Gehör bringen durfte.

 

1986 gab Herbert Rotzinger auf eigenen Wunsch die Vereinsführung nach bisher unerreichten und verdienstvollen zwölf Amtsjahren ab. Er war der Meinung, dass es nun wieder frischeren Wind und jüngere Gedanken in der Vorstandschaft brauche, und so wurden Richard Sütterlin zum neuen ersten Vorsitzenden sowie der erst 22-jährige Manfred Brender zu dessen Stellvertreter gewählt.

 

Im Folgejahr unternahm man den bisher weitesten und längsten Ausflug in der Vereinsgeschichte, welcher die Stadt Logroño, Hauptstadt des nordspanischen Weinanbaugebietes La Rioja, zum Ziel hatte und dessen Erlebnisse bis heute in vielen und oftmals erzählten Geschichten weiterleben. Zudem nahm man in Münsing an einem Wertungsspiel teil, bei dem man in der Mittelstufe den ersten Rang „mit Belobigung“ erreichen konnte, was das Ergebnis klar definierter und harter Probenarbeit war.

1991 feierten die Kindertrachtengruppe ihr 25 - jähriges und die Trachtenkapelle ihr 70 – jähriges Bestehen im Rahmen eines internationalen Kindertrachten– und Musikfestes. Diese Jubeltage nahm der Verein zum Anlass, sich seine erste und neu erworbene Vereinsfahne weihen zu lassen. Mit den Worten des weihenden Pfarrers Elmar Körner  „Möge sie zusammenbringen, was doch so manches Mal nicht ganz leicht zusammenzubringen ist!“ wurde die nahezu komplett durch die großzügigen Spenden der Dorfbevölkerung finanzierte Fahne am Sonntagmorgen vor der St. Jakobuskirche enthüllt. Mit dem darauf eingestickten Leitvers „Im Reiche der Töne erklinge das Schöne“ wurden die Festtage dann zu Ende gebracht. Von diesen behielt man, neben dem großen Blasmusikabend der Trachtenkapelle Münsing, vor allem den abschließenden russischen Folkloreabend des Kindertrachtenensembles „Zorachka“ als vollen Erfolg in Erinnerung, der besonders dem Engagement und den Kontakten Herrn Dr. Wynens zu verdanken war.

 

Der Verein lag nun musikalisch und kameradschaftlich in festen Ankern, sodass man sich 1993 dazu entschloss eine Musikkassette aufzunehmen, deren Entstehen zwar viel Zeit und letzten Endes auch Musikernerven kostete, aber dessen Ergebnis die Mühe rechtfertigte – konnte man den Zuhörern seine Musik nun auch endlich mit nach Hause geben. 1994 stellte, neben der Konzertreise nach Korschenbroich zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung zu Gunsten krebskranker Kinder und dem Besuch unserer Freunde in Münsing, vor allem das am Jahresende dargebotene Kirchenkonzert den Jahreshöhepunkt dar. Dieses war zugleich das Abschiedskonzert von Erwin Schubnell, der nach 10 Jahren verdienstvollem Wirken den Taktstock an Michael Schneider weiterreichte. Der Verein wusste genau, dass es Schubnell war, der die Trachtenkapelle damals vor dem musikalischen Bankrott bewahrte und sie wieder zu einer musikalischen Einheit formte - dementsprechend emotional, und von tiefer Dankbarkeit geprägt, war sein Abschied.

 

Unter der neuen Stab-, aber der bisherigen und bewährten Vereinsführung feierte man 1996 schließlich erneut zusammen mit der Kindertrachtengruppe den 75 – jährigen bzw. 30 – jährigen Vereinsgeburtstag mit einem großen Zeltfest, was ebenfalls ein Erfolg darstellte, aber  nicht mehr an die Zahlen von 1991 herankam. Dennoch konnte aus dem Gewinn im Mai 1998 eine Musikerreise nach Hamburg finanziert werden, bei der jeder sein Instrument zu Hause lassen durfte und die ganz im Zeichen des außermusikalischen Vergnügens stand.

 

1999 reiste die Trachtenkapelle erneut in den Norden, um am großen „Schützenausmarsch“ in Hannover teilzunehmen und somit an einem der längsten Umzüge der Vereinsgeschichte mit zu marschieren. Zugleich war es das letzte Jahr unter der musikalischen Führung von Michael Schneider. Aus beruflichen Gründen musste er das Amt des Dirigenten niederlegen. Das gesteckte Ziel des musikalischen Klassenerhalts konnte erreicht werden und so verabschiedete man Schneider voller Dankbarkeit für die letzten 5 Jahre.

 

Da sich die Dirigentensuche als sehr schwierig erwies, erklärte sich Dietmar Schubnell bereit, die musikalische Leitung für die kommenden 1 ½ Jahre zu übernehmen. Er betonte zugleich, dass er sein Engagement keineswegs als Notlösung ansehe, sondern den Verein in einigen Bereichen musikalisch weiterentwickeln möchte. Und er konnte Wort halten. Als er, wegen eines schon lange geplanten Auslandsaufenthaltes, den Dirigentenposten Mitte des Jahres 2001 abgab, konnte man gerade in den Bereichen der Marsch- und traditionellen Blasmusik klare Fortschritte erkennen. Das Kirchenkonzert am Ostersonntag 2001, welches die Passion und Auferstehung Christi musikalisch nacherzählte und von Pfarrer Franz Hillig als das für ihn größte Geschenk der damaligen Ostertage beschrieben wurde, stellte schließlich den Höhepunkt seines Wirkens dar.

Wenige Monate vor dem erneuten Dirigentenwechsel gab Richard Sütterlin bekannt, dass er bei der Generalversammlung im Dezember 2000 nicht mehr für den Vorsitz der Trachtenkapelle kandidieren werde. Mit der bis heute längsten Amtszeit von 14 Jahren, gab er die Vereinsführung ab dem Jahr 2001 an Thomas Braunsberger ab. Auch er war, wie sein Vorgänger Rotzinger, der Meinung, dass es zu einer modernen Vereinsführung gehöre, den Stuhl des ersten Vorsitzenden zu gegebener Zeit an Jüngere weiter zu rücken. Auch wenn nicht jede Entscheidung einfach zu treffen war und teilweise sicher auch nicht immer richtig getroffen wurde, zeigten die anhaltenden „standing ovations“, und die Tränen in den Augen einiger langjähriger Mitglieder bei seinem Abschied, das sehr große Verdienst Sütterlins an der Weiterentwicklung der Trachtenkapelle Todtnauberg auf.

 

Unter Thomas Braunsberger wurde sogleich im Sommer 2001 erstmals seit 40 Jahren ein auswärtiger Dirigent in Person von Herrn Matthias Pietsch für den Verein gewonnen. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten sollte sich Pietsch als,  von den Musikern immer wieder formulierter, „Sechser im Lotto“ erweisen. Mit seiner ruhigen, sehr professionellen und originellen Art, verstand er es, immer mehr aus den Musikerinnen und Musikern herauszukitzeln und jedem Einzelnen aufzuzeigen, dass seine Selbsteinschätzung bezüglich der eigenen musikalischen Obergrenze um einiges zu tief lag. Es wäre vermessen zu sagen, dass dies nicht mit teilweise enormer Probenanstrengung verbunden war, aber man erntete die Früchte nach der intensiven Saat auch sehr gerne, wenn sie zu Pfingsten in meist voller Reife am musikalischen Baume hingen. Während die neue Vereinführung ihre Arbeit in wirklich sehr lobenswerter und vorbildlicher Weise anging, machte dem Verein ein anderes, immer stärker werdendes Problem zu schaffen: Der stetig schrumpfende Kassenstand. Dirigentenkosten, andere absolut notwendige Ausgaben sowie kontinuierlich sinkende Zuschüsse zwangen den Verein dazu, gerade bei Konzertreisen mit hoher finanzieller Eigenbeteiligung zu wirtschaften. Zudem wurden Möglichkeiten gesucht und teilweise auch gefunden, wie man mit anderen Aktivitäten der Vereinkasse entgegen kommen könnte. Ein Problem, welches sich bis zum heutigen Zeitpunkt durch die große Tatkraft und Toleranz der Aktiven sowie der gewachsenen Spendenbereitschaft der passiven Mitglieder und Vereinsgönner etwas entspannen konnte, aber in keiner Weise behoben ist.

 

Doch auch trotzdem wurden weiterhin Konzertreisen unternommen, was allerdings eben nur dadurch möglich war, dass der allergrößte Teil der anfallenden Reisekosten von den Mitgliedern privat übernommen wurde. So konnte man die, 2004 zu einem Doppelkonzert in den Schwarzwald gereiste, Dublin Concert Band 2006 in Irland besuchen, was vor allem den Kontakten und dem Engagement Dietmar Schubnells zu verdanken war und für alle als eine Reise der positiven besonderen Art in Erinnerung bleiben wird. Im Herbst des Jahres 2007 stand mit der Aufnahme der aktuellen CD „Hier steckt Musik drin“ eine weitere musikalische Herausforderung ins Haus. Und so waren alle Mitglieder überrascht, wie entspannt und zügig die Aufnahmetage dahin flossen, und man früher als erwartet die neue und zugleich erste CD der Trachtenkapelle Todtnauberg im Kasten hatte. Großen Anteil daran hatte einmal mehr Matthias Pietsch, was einen mit noch mehr Wehmut in das kommende Frühjahr blicken ließ, für das der mittlerweile in Todtnauberg wohnende Dirigent seinen Abschied angekündigt hatte, da er in Zukunft beruflich zu sehr eingespannt sein würde.

Somit war nach dem Abschiedskonzert an Pfingsten 2008 Schluss mit der Ära Pietsch. Thomas Braunsberger verabschiedete ihn mit jenen Worten, mit denen uns Pietsch zuvor nach jeder Probe zu verabschieden pflegte: „Lieber Matthias, schönen Dank für heute Abend – schönen Dank für die letzten sieben Jahre!“ Jeder Musikerin und jedem Musiker war anzumerken, wie viel Wahrheit und Erinnerungen in diesen schlichten, aber gewichtigen Dankesworten steckten – der Abschied fiel allen sehr schwer.

 

Doch des Einen Ende leitet auch des Anderen Anfang ein. Und so konnte Ralph Stellbogen als neuer musikalischer Leiter für die Trachtenkapelle gewonnen werden. Mit dem neuen Dirigenten reiste man dann auch wenige Monate später, im September 2008, zum zweiten Mal nach Logroño zum San Mateo Weinerntefest, welches erneut unvergessliche Eindrücke und Stunden in die Erinnerung der Trachtenmusikerinnen und Trachtenmusiker einzubrennen vermochte. Und so geht der Verein bis heute unter den führenden Händen von Thomas Braunsberger und Ralph Stellbogen seiner musikalischen, kameradschaftlichen und ehrenamtlichen Wege, um dafür zu sorgen, dass uns auch die kommenden Dekaden spannende, zusammenschweißende und so wenig wie möglich problematische Momente in die Vereinsgeschichte schreiben lassen werden, wozu die Feier des kommenden Vereinsjubiläums 2011 ersten Anlass geben wird, damit im Reiche der Töne auch weiterhin zusammengebracht wird, was zusammengehört.

Trachtenkapelle Todtnauberg e.V.